Bali ist im Großen und Ganzen ein sicheres Reiseziel. Die Risiken, an denen Urlauber tatsächlich Schaden nehmen, sind alltäglich: der Straßenverkehr, vor allem auf dem Motorroller, das Meer und Bootsausflüge, Diebstahl, Magen-Darm-Infekte und die Affen an den Tempeln. Dazu kommen Regeln, die für deutsche Urlauber ungewohnt streng sind, beim Drogenrecht und seit Januar 2026 im neuen Strafrecht. Mit einigen Gewohnheiten lassen sich die meisten Risiken vermeiden.
Grundlage dieser Seite sind die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts zu Indonesien, Stand 26.10.2026. Lesen Sie diese Hinweise vor der Abreise selbst, denn sie werden laufend angepasst, und schließen Sie eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ab.
Was das Auswärtige Amt zu Bali sagt
Das Auswärtige Amt rät von nicht unbedingt erforderlichen Reisen nur in fünf der sechs Provinzen im indonesischen Teil der Insel Neuguinea ab: Papua, Papua Barat, Papua Pegunungan, Papua Tengah und Papua Selatan. Für Bali gibt es keinen solchen Hinweis. Die Waldbrände, die derzeit auf Sumatra, Kalimantan und Papua die Luft belasten, betreffen Bali laut Amt zurzeit nicht.
Zwei allgemeine Punkte gelten aber auch für Bali. Das Amt sieht in ganz Indonesien ein erhöhtes Risiko für Terroranschläge und nennt Bali ausdrücklich unter den Orten, an denen internationale Hotels, Einkaufszentren, Diskotheken, Flugplätze und westliche Einrichtungen als besonders gefährdet gelten. Besonders aufmerksam sollten Sie an belebten Orten und zu besonderen Anlässen sein, darunter das balinesische Neujahr Nyepi, christliche Feiertage und der Unabhängigkeitstag am 17. August. Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen, und folgen Sie den Anweisungen der Sicherheitskräfte. Deutschen Staatsangehörigen empfiehlt das Amt, sich in die Krisenvorsorgeliste Elefand einzutragen.
Verkehr, Unfälle und der „Peace Letter“
Das größte Risiko ist die Straße, und vor allem der Motorroller. Laut Auswärtigem Amt entspricht die Verkehrsinfrastruktur nicht europäischem Niveau, es herrscht Linksverkehr, und vor allem auf Bali und Lombok kommt es wegen der ungewohnten Verkehrssituation häufig zu Unfällen mit Krafträdern. In ganz Indonesien sind Ausländer nicht selten an Unfällen mit Todesfolge beteiligt. Das Amt rät deshalb, auf die Anmietung von Motorrädern, Motorrollern und Quads zu verzichten, ebenso auf nächtliche Überlandfahrten. Autos sollten Sie nur bei renommierten Firmen und mit Fahrer mieten, mit ausreichender Kasko- und Haftpflichtversicherung. Wer trotzdem Roller fährt, braucht den internationalen Führerschein zusammen mit dem deutschen; mehr dazu auf unserer Seite zum Roller mieten auf Bali. Auch als Fußgänger oder Beifahrer sollten Sie im Verkehr aufmerksam bleiben. Die Alternativen beschreibt unsere Seite Unterwegs auf Bali.
Nach einem Unfall auf Bali kann es laut Auswärtigem Amt vorkommen, dass die Polizei ausländische Reisende vernimmt und sie Protokolle oder einen sogenannten „Peace Letter“ unterschreiben sollen, eine schriftliche Einigung direkt nach dem Vorfall. Das Amt rät davon ab, solche Schreiben ohne Kenntnis der Sprache und der Rechtslage zu unterschreiben, und empfiehlt anwaltlichen Rat, Hinweise dazu gibt die Deutsche Botschaft in Jakarta.
Meer und Bootsausflüge
Das Meer ist die zweite große Gefahr. An einigen Stränden im Süden Balis gibt es starke Rippströmungen und hohe Brandung, und es kommt zu Ertrinkungsunfällen. Baden Sie nur, wo es eindeutig sicher ist, beachten Sie Warnflaggen und bevorzugen Sie Strände mit Rettungsschwimmern. Die Surfspots unter den Klippen von Uluwatu sind etwas für erfahrene Surfer, nicht zum Baden. Ruhigeres Wasser finden Sie an der Ostküste und in geschützten Buchten. Schwimmen Sie nie über Ihre Kräfte hinaus und nie nach Alkohol.
Bei Bootstouren kommt es laut Auswärtigem Amt immer wieder zu gefährlichen Zwischenfällen, auch größere Boote sind schon in Seenot geraten und gesunken. Lassen Sie sich etablierte Anbieter empfehlen, etwa von Ihrem Reiseveranstalter, fahren Sie bei hohem Wellengang nicht los, fragen Sie nach den Sicherheitsvorkehrungen an Bord und prüfen Sie, ob Rettungswesten vorhanden sind. Nehmen Sie Sonnencreme, Kopfbedeckung und Trinkwasser mit. Tauchgänge, Trekking und Bergtouren unternehmen Sie laut Amt am besten mit ortskundigen Führern.
Diebstahl, Raub und Betrug
Die meisten Straftaten gegen Urlauber sind Eigentumsdelikte. Das Auswärtige Amt nennt Taschendiebstahl, aber auch bewaffnete Überfälle sowie Raub von Handtaschen und Handys in touristischen Orten, in Cafés, Restaurants und öffentlichen Verkehrsmitteln. Auch Touristen auf Motorrädern werden überfallen, und erzwungene Abhebungen an Geldautomaten kommen regelmäßig vor. Vereinzelt werden K.-o.-Tropfen eingesetzt, und es gibt Kreditkartenbetrug. Tragen Sie Taschen auf der von der Straße abgewandten Seite, zeigen Sie keine Wertsachen, nutzen Sie den Safe der Unterkunft, lassen Sie Getränke nie unbeaufsichtigt und Ihre Kreditkarte beim Bezahlen nicht aus den Augen. Nehmen Sie nur das Bargeld für den Tag mit und speichern Sie Fotos von Pass und Führerschein.
Auf Bali verleiten laut Auswärtigem Amt Falschspielerbanden Reisende zu verbotenen, manipulierten Glücksspielen. Häufig sind außerdem inoffizielle Taxis, die das Taxameter nicht einschalten oder überhöhte Preise nennen, Tricks beim Geldwechsel und aufdringliche Schlepper. Nutzen Sie die Taxis von Bluebird oder eine Fahrdienst-App wie Grab oder Gojek, wechseln Sie Geld nur bei seriösen, lizenzierten Wechselstuben und zählen Sie nach. Das Amt weist darauf hin, dass die Polizei häufig nicht bereit ist, Anzeigen aufzunehmen.

Drogen, Medikamente und das neue Strafrecht
Indonesien hat laut Auswärtigem Amt eines der strengsten Drogengesetze der Welt. Schon der Besitz kleinster Mengen, auch im Transitbereich von Flughäfen, führt oft zu hohen Haftstrafen bis zur Todesstrafe, die auch an Ausländern vollstreckt wird. Vorsicht gilt auch bei Medikamenten: Betäubungsmittelhaltige Arzneien und Psychopharmaka können ohne Verschreibung über die mitgeführte Menge als Drogen gelten. Nehmen Sie eine Verschreibung mit Übersetzung mit und transportieren Sie nie Gegenstände für andere, deren Inhalt Sie nicht kennen.
Anfang Januar 2026 ist ein neues Strafrecht in Kraft getreten. Danach kann außerehelicher Geschlechtsverkehr mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden; anzeigen dürfen nur Ehepartner, Eltern und Kinder der Betroffenen. Die Beleidigung des Präsidenten, des Vizepräsidenten, der Regierung und staatlicher Institutionen, auch online, kann auf Antrag verfolgt werden und Haft nach sich ziehen, und der Straftatbestand der Blasphemie wurde verschärft. Achten Sie darauf im Gespräch wie in sozialen Medien. Homosexuelle Handlungen sind außerhalb der Provinz Aceh nicht verboten, gesellschaftlich aber kaum toleriert; auf Bali ist die Akzeptanz laut Amt höher als auf dem Land, doch Betreiber und Gäste von LGBTIQ-Veranstaltungen wurden wiederholt auf Grundlage der Anti-Pornografiegesetze verfolgt.
Ermittlungs- und Gerichtsverfahren entsprechen laut Auswärtigem Amt nicht deutschen rechtsstaatlichen Standards. Selbst bei geringen Vergehen wie Sachbeschädigung nimmt die Polizei Ausländer, besonders auf Bali, häufig in Untersuchungshaft. Kleiden Sie sich in Tempeln dezent und tragen Sie den vorgeschriebenen Sarong.
Gesundheit: Bali Belly, Affen, Mücken und Methanol
Die häufigste Beschwerde ist Bali Belly, der Reisedurchfall durch ungewohnte Keime in Essen oder Wasser. Trinken Sie nur Wasser aus Flaschen oder richtig gefiltertes Wasser, verzichten Sie bei empfindlichem Magen auch beim Zähneputzen auf Leitungswasser, seien Sie bei Eis und Rohkost an einfachen Ständen vorsichtig und essen Sie dort, wo viel Betrieb ist. Waschen oder desinfizieren Sie vor dem Essen die Hände. Die meisten Fälle sind nach wenigen Tagen vorbei; trinken Sie genug und gehen Sie zum Arzt, wenn es schwer wird oder anhält.
Die Tempelaffen in Ubud und Uluwatu sind wild und beißen oder kratzen, um an Essen zu kommen. Jeder Biss, der die Haut verletzt, wird sofort gereinigt und ärztlich untersucht, denn in Indonesien besteht Tollwutgefahr, und Impfstoffe und Immunglobuline sind laut Auswärtigem Amt im Land unter Umständen nur sehr begrenzt erhältlich. Lassen Sie sich vor der Reise zur Tollwutimpfung beraten.
Mücken können in ganz Indonesien das ganze Jahr über unter anderem Dengue- und Chikungunyafieber übertragen. Das Auswärtige Amt meldet für 2025 und 2026 außerdem Zikavirus-Infektionen bei Reiserückkehrern aus Europa und Amerika, die auf Bali und den Nachbarinseln waren; Paare mit Kinderwunsch und Schwangere sollten das besonders beachten. Schützen Sie sich vor allem tagsüber mit Mückenschutzmittel und bedeckender Kleidung. Das Malariarisiko stuft das Amt für Bali als ganzjährig gering ein. Empfohlen sind Impfungen gegen Hepatitis A und Polio, je nach Reise weitere; lassen Sie sich frühzeitig reisemedizinisch beraten.
Eine Gefahr, die viele unterschätzen, ist Methanol. Laut Auswärtigem Amt deuten mehrere Kranken- und Todesfälle auf Bali und Lombok nach dem Genuss alkoholischer Getränke auf mit Methanol verunreinigte Getränke hin. Verzichten Sie auf Alkohol unklarer Herkunft.
Naturgefahren und aktuelle Informationen
Indonesien liegt am pazifischen Feuerring. Erdbeben, Seebeben und Tsunamis sind möglich, und Bali hat aktive Vulkane, vor allem den Gunung Agung, der in der Vergangenheit ausgebrochen ist. Die indonesische Regierung veröffentlicht für ihre 127 Vulkane die aktuellen Gefährdungsstufen; informieren Sie sich vor einer Vulkanwanderung, meiden Sie Sperrzonen weiträumig und folgen Sie den Hinweisen der Behörden. Merkblätter zu Erdbeben, Tsunamis und Vulkanen bietet das Deutsche GeoForschungsZentrum. Von etwa November bis März ist in weiten Teilen Indonesiens Regenzeit, mit Überschwemmungen, Erdrutschen und Ausfällen bei Straßen, Strom und Internet. Für die meisten Urlauber bleiben diese Gefahren im Hintergrund; kennen Sie trotzdem die Sicherheitshinweise Ihrer Unterkunft.
Wenn Sie respektvoll auftreten, schützt Sie das auch im Umgang mit den Menschen vor Ort: dezente Kleidung im Tempel, der Sarong und Rücksicht auf lokale Bräuche. Prüfen Sie vor und während der Reise die Hinweise des Auswärtigen Amts auf neue Warnungen. Mit diesen Vorkehrungen verläuft die Reise für die allermeisten Besucher ohne Zwischenfälle.